Meinungen der Mitglieder der JU Stuttgart


Gedanken zur Krawallnacht in Stuttgart am 20.06.2020

Nachdem der Schock der Gewaltexzesse nun langsam verdaut ist und immer mehr Erkenntnisse aus den Ermittlungen durchsickern, gilt es sich dieser Sache konstruktiv anzunehmen. Probleme können nur gelöst werden, wenn sie auch richtig benannt werden. Dabei tut sich die Politik und der Journalismus gerade aber sehr schwer.
Haupttätergruppe soll die „Eventszene“ oder „Partyszene“ Stuttgarts sein. Die Bars und Clubs dieser Stadt wehren sich mit gutem Recht gegen diese Anschuldigung, denn einerseits ist dieser Begriff so undefiniert, dass er theoretisch auf jeden Jugendlichen übertragbar ist; andererseits ist er schlichtweg falsch.
In erster Linie waren die Täter vor allem sehr jung, männlich und aggressiv. Sie alle eint der mangelnde Respekt vor Staatsorganen, ja sogar eine aggressive Grundhaltung gegenüber diesen. Und diese Einstellung ist nicht, wie die Politik sagt, neu und ungreifbar, sondern zeichnet sich seit Jahren deutlich ab, wie man auch schon in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 entnehmen kann. Gewalttaten gegenüber Vollstreckungsbeamten nehmen ständig zu und bewegen sich auf einem hohen Niveau, heißt es dort.
Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch dazu die unliebsamen Fakten aufzuzählen. Der Anteil an jungen Migranten unter den Randalierern war sehr hoch. Das ist nicht deshalb wichtig, weil Ausländer an den Pranger gestellt werden sollen, sondern um Politik und Verwaltung eine klare Baustelle aufzuzeigen. Hier braucht es mehr soziale Initiativen und Projekte, Streetworker und Mobile Jugendarbeit. Neben diesem Ansatz muss der Gesetzgeber aber auch das Strafmaß für diese Deliktsgruppe nochmal deutlich erhöhen. Vor allem beim Jugendstrafrecht muss man diskutieren, ob bspw. 16-jährige Gewaltverbrecher, die den Tod von schlichtenden Studenten in Kauf nehmen, wirklich eine so milde (Bewährungs)Strafe erhalten sollen, wie es in Deutschland Gang und Gebe ist.

Kevin Krzyzanowski